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Kompositionen

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2019

Hémisphères

deux tableaux rituels pour piano et orchestre

"Hémisphères" gehört in die Reihe meiner Sinfonischen Concertos - das solistische Klavier steht hier einem grossen, sehr ausdifferenzierten Orchesterpart gegenüber. Immer wechselt seine Rolle zwischen Kontrast und Integration. In zwei Teilen entfalten sich die beiden tableaux rituels über den Tetrachorden Es-As-B-D und G-H-Cis-F. Die musikalische Inspiration erwuchs aus einem eizigartigen Konzert-Erlebnis: die phänomenalen Transparenz und Feinstrukturierung des Orchesterklangs von Debussy „La Mer“ in einer genialen Aufführung des „Orchestra of the Age of Enlightenment“ unter der Leitung von Sir Simon Rattle. In diesen Kosmos "sinfonischer Kammermusik" wollte ich das Klavier integrieren, in die exotische Welt ferner (imaginärer) Kulturen.

Beide Sätze beginnen in meditativ-kontemplativer Ruhe, ja Zeitlosigkeit, in der sich die harmonischen und polyphonen Ebenen entfalten. Die Komplexität steigert sich zunehmend und bricht in einem kraftvollen danse rituel, in dem der Solist das Orchester quasi vor sich her treibt. Ein Fortissimo des Tamtam trennt die beiden tableaux  - mit seinem Verschwingen ins Unhörbar beginnt der zweite Teil. Das Werk changiert zwischen Modalität und greller Dissonanz. 

Wird "Hémisphères" durch ein kurzes, aufbrausendes Orchester-Tutti eröffnet, gleich einer Geburt aus einem "Urknall", so verklingt in einem ruhigen Epilog - es zerfliesst an den Grenzen seones Klang-Universums.

Hörbeispiel

Noten